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Jubiläum Roßlau|800

 

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Kalenderblätter RO|800November
[von Klemens Maria Koschig]

1. November

Der Anhalt-Köthener Hofapotheker Johannes Jannasch eröffnete am 1. November 1824 in der Zerbster Gasse (heute Hauptstraße) eine Apotheke, die er zwei Jahre später an seinen Schwiegersohn Johann Carl Leberecht Porse (1798-1879) nach dessen Eheschließung am 19. Januar 1826 mit seiner einzigen Tochter erster Ehe, Auguste Jannasch (* 1802) übergab.

Mit der Eröffnung der Leopoldsbahn zwischen Roßlau und Zerbst am 1. November 1863 wurde Roßlau nach Köthen (1840) und Dessau (1857) der dritte Umsteigebahnhof in Anhalt.

Der am 21. Februar 1910 in Gelsenkirchen geborene Leo Selbach wurde am 1. November 1937 als Pfarrvikar nach Roßlau versetzt. Sein segensreiches Wirken in Roßlau währte bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahre 1974. Besondere Verdienste hatte er sich im Kriege erworben, als er trotz strengsten Verbotes durch die Nazis Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene seelsorgerlich betreute. Für Ostarbeiter, besonders Polen hielt er Gottesdienste auf der Empore der Herz-Jesu-Kirche.
Nachdem Erzbischof Lorenz Jäger von Paderborn die katholische Pfarrvikarie Herz-Jesu Roßlau am 7. März 1951 zur Pfarrei erhoben und die Landesregierung des Landes Sachsen-Anhalt am 18. Juli 1951 dazu ihre Zustimmung erteilt hatte, wurde Leo Selbach (1910-1996) erster katholischer Pfarrer von Roßlau seit der um 1540 in der Stadt erfolgten Einführung der Reformation.

Am 1. November 1937 wurde der B-Plans für die Wohnsiedlung im Heeresgutsbezirk Roßlau beim Anhaltischen Staatsministerium, Abt. Inneres vorgelegt.

2. November

Zur schnelleren Abfertigung im Einwohnermeldeamt trat am 2. November 1906 eine Verordnung in Kraft, dass An-, Um- und Abmeldungen nur noch schriftlich erfolgen können.

Am 2. November 1964 wurde die Küchenbreite durch das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle als "Befestigungsanlage" zum Bodendenkmal erklärt.

Bei der Anhörung im Innenausschuß zum Anhalt-Jerichow-Gesetz am 2. November 2006 plädierte Bürgemeister Klemens Koschig für die Zuordnung des gesamten Wörlitzer Winkels zur Stadt Dessau-Roßlau und forderte eine Nachbesserung beim Problem der Einführung von Ortschaftsverfassungen bei der Bildung einer neuen Gemeinde. Dem folgte der Landtag leider nicht, weshalb es große Probleme gab, die Wahl der neuen Ortschaftsräte mit dem neuen Stadtrat gleichzeitig durchzuführen.

Am 2. November 1989 fanden die ersten Beratungen der Arbeitsgruppen des Roßlauer NEUEN FORUM statt. Die Arbeitsgruppen Recht und Ordnung, Bildung, Handel und Versorgung, Umwelt, Stadtplanung und Bau, Kultur und Sport hatten in der Regel zwei Sprecher, die gemeinsam wiederum den Sprecherrat bildeten.

Am 2. November 2000 konnte für den Neubau am Altersheim Lukoer Straße Richtfest gefeiert werden.

3. November

Am 3. November 1835 erließ Herzog Heinrich von Anhalt-Köthen (1778-1847) zwei Befehle zum Schutz der Roßlauer Bäckerinnung:
Für jedes Pfund Landbrot, das nach Roßlau eingeführt wurde, war eine Accise in Höhe von einem Pfennig fällig bei einem Taler Strafe. Und der Essigbrauer Hennig, der Branntweinbrenner Häusler und der Mühlenbursche Moltrecht erhielten ein Verbot des Mehlhandels, denn dieser war nur den Bäckern und Mühleninspector Johann George Christian Liebe (1780-1848) gestattet. Letzterer konnte seine Berechtigung anhand des alten Kaufbriefs über die Mühle vom 16. Dezember 1698 nachweisen.

Nach dem Umzug der Pestalozzi-Schule in das neue Schulhaus am Fliederweg zog im November 1977 das Stomatologische Zentrum Roßlau in das Schulgebäude in der Werftstraße ein.

Im November 1978 buk Bäckermeister Kurtze für die Eröffnung des Roßlauer Weihnachtsmarktes eine vier Meter lange Stolle. Dies war die erste Roßlauer Riesenstolle. Sie hat inzwischen viele Nachahmer gefunden.

4. November

Quer über die Goethestraße wurde am späten Abend des 4. November 1989 auf der Höhe von Tuchels ein Spruchband mit der Aufschrift: "Wählt Neues Forum" gespannt.
Etwa zur gleichen Zeit schrieben Akteure den Schriftzug „NEUES FORUM“ auf die Betonmauer in der Bandhauerstraße kurz vor der Einmündung der Ziegelstraße. Dieser wurde am nächsten Morgen mit weißer Farbe übertüncht, die jetzt zunehmend verblaßt und die Schrift wieder hervortreten läßt.

Anläßlich seines 100jährigen Bestehens führte der Geflügelzuchtverein Roßlau e.V. am 4. November 1995 in der Gaststätte „Zur Eiche“ in Rodleben eine Dankeschönveranstaltung durch. Verbunden wurde sie mit einer schönen Rassegeflügelschau.

5. November

Am 4. November 1717 heiratete der Maurergeselle Johann Martin Pfeil (vor 1696-1762) Martha Magdalena Barthelin (1696-1754), die Tochter des Bürgers und Brauers Johann Andreas Barthel (1668-1737) und der Maria Sophia Wolther (+ 1728). Das altehrwürdige Roßlauer Kirchenbuch schreibt darüber: „Dieses war eine unglückliche Hochzeit, indem des anderen Tages früh 10 Uhr im Hochzeitshause bei Joh. Bartheln durch Unvorsichtigkeit Feuer auskam, dadurch der halbe Teil dieses Städtleins jämmerlich in die Asche geleget worden."
Bei dem großen Stadtbrand am 5. November 1717 wurden in Roßlau 25 Brau-, 7 Budenhäuser und 33 Ställe nebst Pfarr- und Schulwohnung sowie der Gasthof „Schwarzer Bär“ zerstört. Mit Hilfe auswärtiger Geldgeber konnten die Brandstätten wieder aufgebaut werden. Der Wiederaufbau dauerte sehr lange. Der Pfarrhof wurde 1722, die Schule erst viel später wieder errichtet. Der Unterricht fand in der Wohnung von Rektor Christian Erdmann Wahn (vor 1680-1731) statt. Das Brauhaus in der Elbstraße 47 konnte erst im Jahre 1731 neu aufgebaut werden.

 

Am 5. November 1912 beschloss der Gemeinderat die Besteuerung der ständig oder vorübergehend in der Stadt anwesenden Kinematographen-Theater, die am 01. Januar 1913 in Kraft tritt.


A. Für Kinematographen-Theater bis zu 200 Sitz- und Stehplätzen:

  • für jede Vorstellung an Wochentagen: 1,00 Mk.
  • für jede Vorstellung an Sonn- und Feiertagen: 1,50 Mk.

B. Für Kinematographen-Theater mit mehr als 200 Sitz- und Stehplätzen:

  • für jede Vorstellung an Wochentagen: 1,50 Mk.
  • für jede Vorstellung an Sonn- und Feiertagen: 2,25 Mk.

Für jede Schüler- und Kindervorstellung wurden gemäß § 9 der Regierungs-Polizei-Verordnung über den Betrieb und Besuch der Kinematographentheater und ähnlicher Vorführungen vom 10. April 1911 nur 50% der vorstehenden Sätze erhoben.
Im ersten Halbjahr 1913 waren 457 Mk. Steuern zu entrichten. In dieser Zeit waren in Roßlau drei Kinos als stehende Gewerbe angemeldet.

Am 5. November 1938 wurde das Teilstück Schkeuditz-Berlin der Reichsautobahn 9 mit der Abfahrt Coswig/Roßlau freigegeben.

Bürgermeister Klemens Koschig besichtigte am 5. November 1995 zum ersten Male das Soldatengefängnis in der ehemaligen Garnison. Ein in der Nähe angesiedelter Unternehmer
angestellt, womit er die „Gulag-Affäre“ in Gang setzte. Besonders die Privatsender stürzten sich auf den Ort des Grauens, wo sowjetische Soldaten systematisch gefoltert und auch getötet worden sein sollen. Angefeuert wurden die haltlosen Gerüchte durch einen geplatzten Heizkörper in einer Zelle, aus dem rostiges Wasser ausgelaufen war. Ein Roßlauer Bürger ließ sich sogar im Fernsehen dazu hinreißen, dass man in der Stadt den Geruch der im benachbarten Heizhaus verbrannten Leichen riechen konnte.
Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner forderte daraufhin den Bürgermeister auf das Soldatengefängnis zu einer Gedenkstätte auszubauen.
Heizhaus und Gefängnis wurden im Rahmen des Bauvorhabens „Heidepark“ abgerissen.

6. November

Am 6. November 1908 beschloß die Stadtverordnetenversammlung, die städtische Turnhalle in der Lindenstraße an den Roßlauer Turnverein von 1863 zum Preise von 8.200 Mark zu verkaufen.

Am Tage vor dem Geburtstag des am 7. November 1903 in der Südstraße geborenen Architekten und Stadtplaners Prof. Dr.Ing.hc. Richard Paulick (1903-1979) erhielt das Wohnbaugebiet Nordstraße am 6. November 1988 den Straßennamen Professor-Richard-Paulick-Ring. An der feierlichen Namensgebung nahm auch Gemma Paulick, die Witwe von Prof. Paulick teil.

Der Kreistag Anhalt-Zerbst beschloß am 6. November 1997 die Fusion der Krankenhäuser Roßlau und Zerbst zum Kreiskrankenhaus Anhalt-Zerbst und legte den Sitz der Verwaltung nach Zerbst.

Am 6. November 2003 wurden vor dem Rathaus zwei leere Sandsäcke gehisst, um auf die leeren Stadtkassen hinzuweisen. Die Sandsäcke waren mit „Verwaltungshaushalt“ und „Vermögenshaushalt“ bedruckt.
Das war nicht die einzige Protestaktion gegen die Kommunalpolitik des Landes. Denn jedesmal, wenn das Land sich nicht an seine eigenen Vorgaben (mittelfristige Entwicklung der allgemeinen Zuweisungen) hielt, was in der Regel mit Einkürzungen der Haushaltsansätze verbunden war, gingen Bürgermeister und Stadträte auf die Straße. Den Roßlauern ist die Grablegung der Stadtkasse noch am meisten in Erinnerung.

7. November

Am 7. November 1642 "...kam Fürst Johannes, welcher bisher zu Oldenburg erzogen worden, von Dessau hier an, da sich viele Menschen an der Elbe freueten, ihren neuen Landes-Herrn zum erstenmahl zu sehen." Obwohl sein Vater, Fürst Rudolf von Anhalt-Zerbst (1576-1621) in seinem Testament verfügt hatte, dass das Zerbster Land auch fortan der reformierten Religion angetan bleiben solle, führte Fürst Johann (1621-1667) am 6. Januar 1644 in der Schloßkirche St. Bartholomäi und damit für das ganze Fürstentum das lutherische Bekenntnis ein. Er war von seiner Mutter, Magdalena von Oldenburg (1585-1657) lutherisch erzogen worden. Noch viele Jahre blieb das Land gespalten. Da hatte auch nicht die Entlassung aller reformierten Pastoren helfen können. Schließlich war das Land wieder lutherisch und wehrte sich über 50 Jahre lange gegen die Union beider Konfessionen. Sie wurde dann aber 1880 für den Kirchenkreis Zerbst zwangseingeführt.
In Texas, wohin es nach 1848 viele Anhalt-Zerbster zog, sind die Gemeinden heute noch lutherisch geprägt.

Am 7. November 1977 wurde die Kegelbahn im VEB Wi-We-Na Roßlau übergeben. Nach der Wende wurde sie privatisiert. Wie lange war sie eigentlich dann noch in Betrieb?

Nach einem Bittgottesdienst in der Evangelischen Stadtkirche St. Marien zogen am 7. November 1989 etwa 3.000 Bürger von Roßlau und aus der Umgebung zum ersten Male in einem Schweigemarsch durch die Innenstadt (Gr. Marktstr.-Hauptstr.-Dessauer Str.-Magazinstr.-Goethestr.-Poetschstr.-Markt), an deren Kreuzungspunkten Polizisten den Marsch sicherten. Anschließend versammelten sich die Demonstranten vor der SED-Kreisleitung auf dem Roßlauer Marktplatz. Nach längerem Rufen erschienen Mitglieder des Sekretariat mit dem 1. Sekretär, Herrn Heerklotz an der Spitze vor der Tür. Er versuchte auf Fragen und Anwürfe der Demonstanten zu antworten. Schließlich sicherte er einen Dialog zu.
Daraufhin wurde in Roßlau jeden Dienstag nach den Friedensgebeten demonstriert. Die Abteilung Kultur des Rates des Kreises Roßlau organisierte jedes Mal vor dem Kirchschlund eine Bühne nebst Verstärkermaterial. Von dort, nur von einer ziemlich heruntergekommenen Laterne beleuchtet, fand die allgemeine Auseinandersetzung statt. Jeder hatte Rederecht. In der Regel moderierten Andreas Friedrich und Klemens Koschig vom Neuen Forum, das auch die Demos organisierte.

Mit einem wissenschaftlichen Kolloquium und einer Ausstellung zu Leben und Werk von Prof. Richard Paulick (1903-1979) wurde am Vorabend und am 7. November 2003 der 100. Geburtstag des Architekten und Städteplaners gefeiert. Dazu waren sogar Gäste von der Tongji-Universität aus Shanghai gekommen, wo Richard Paulick im Asyl vor den Nazis als Professor lehrte.

8. November

10.000 Russen des Generals Gladkoff zogen am 8. November 1813 in drei Kolonnen von Coswig kommend durch Roßlau nach Kassel und weiter nach Frankreich.

Der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Harzleimfabrik GmbH in Roßlau, Klaus Arthur Faber, legte am 8. November 1945 sein Amt nieder. Die Prokura von Dietrich Stäcker war bereits erloschen.

Am 8. November 1963 wurde der Veteranenklub der Volkssolidarität Roßlau in der Burgwallstraße 38 eröffnet. Nach der Wende übernahm die Arbeiterwohlfahrt (AWO) das Objekt und führten es als Seniorentreff weiter, bis die reifere Jugend der AWO in das Kinder- und Jugendfreizeitzentrum „Blitzableiter“ umzog.

9. November

Am 9. November 1896 wurde die Stadtsparkasse Roßlau auf Grund des Statuts vom 09. März 1896 eröffnet.
Zum ersten Direktorium der Sparkasse gehörten:


  1. Bürgermeister Dr. Georg Zimmer-Wallis, Vorsitzender
  2. Fabrikbesitzer Emil Loesche, stellv. Vorsitzender
  3. Kommerzienrat Georg Sachsenberg
  4. Kaufmann Gustav Voigt
  5. Fleischermeister Karl Voigt

Leider war die 100-Jahrfeier der Roßlauer Sparkasse vom Vorstand der Kreissparkasse Anhalt-Zerbst erfolgreich verhindert worden. Eine bereits als Manuskript vorliegende Geschichte der Sparkasse war nicht für einen Druck freigegeben worden.

Am 9. November 1901 wurde im Restaurant „Hohenzollern“ (Bandhauerstr. 56) ein Naturheilverein gegründet.

Der Magistrat beantragte am 9. November 1906 bei der Herzoglichen Regierung in Dessau die Genehmigung der Errichtung einer 2. Apotheke in der Stadt und die Veranlassung der Verleihung einer Apothekenkonzession.
Der Antrag war durch einen Erlaß des preußischen Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten vom 15. Oktober 1906 angeregt worden, „wonach mit der Bevölkerungszunahme tunlichst auch die Vermehrung der Apotheken gleichen Schritt halten soll“. Der Antrag wurde aber abgelehnt. Es blieb noch über 80 Jahre bei einer einzigen, dann gar staatlichen Apotheke. Nach der politischen Wende hieß es, dass die Stadt Roßlau vier Apotheken bräuchte. Es wurden dann drei, Paracelsus-, Sonnen- und Rossel-Apotheke.

Auch in Roßlau kam es bei den Pogromen des Nazi-Mobs am 9. November 1938 zu Ausschreitungen gegen jüdische Mitbürger in der Stadt. Das Kaufhaus Fried (heute Kulturkaufhaus) wurde verwüstet. Richard und Paul Bruck wurden in das KZ Buchenwald verschleppt.

Auf der Beratung des Sprecherrates des NEUEN FORUM Roßlau am Abend des 9. November 1989 erschien der Leiter der Kreisstelle Roßlau der Stasi (MfS), Weirauch, und warb für die Notwendigkeit der Zusammenarbeit der letztlich „in der DDR verbliebenen einzigen Eliten, des MfS und des Neuen Forum“. Dem gingen die Bürgerrechtler nicht auf den Leim, besonders Gisela Friedrich nicht. Sie warnte den Sprecherrat vor jedem weiteren Kontakt. Und sie behielt recht. Das FORUM geriet dadurch nicht in die von der Stasi vorbereitete Falle.

Am 9. November 2000 wurde der neugestaltete Schillerplatz mit einer neuen Parkbeleuchtung (Lichtleitertechnik) und einem Containerstellplatz mit versenkten Glascontainern eingeweiht. Es war das erste Projekt dieser Art in der Region.  Auch die schöne neobaocke Herz-Jesu-Kirche erhielt eine Lichtinstallation, die den Platz in ein besonderes Licht taucht.
Das 700jährige Jubiläum der evangelischen Stadtkirche St. Marien sollte willkommener Anlass sein auch den 150 Fuß hohen neogotischen Kirchturm am Markt abends zu beleuchten.

Das hatte schon etwas von Abschied, obwohl es schon lange vor dem Schließungsbeschluss der Dessauer Pionierkaserne vereinbart war. Am 9. und 10. November 2006 besuchten Vertreter des SpezPiBtl 174 und der Stadt Roßlau (Elbe) die Pionierschule in München und Ingolstadt. Besonderes Interesse galt dabei dem Pionier-Museum in München. Dort findet eine Menge Roßlau statt.

10. November

Am 10. November 1546 reiste Philipp Melanchthon (1497-1560) mit seiner Familie durch Roßlau nach Zerbst zu seinem Freunde D. Theodor Fabricius (1501-1570), dem ersten Superintendenten Anhalts. Er floh vor den Wirren des Schmalkaldischen Krieges in die damals größte und bedeutendste Stadt Anhalts, wo er den ganzen Winter über blieb. Am 9. April 1547 kehrte Familie Melanchthon wieder zurück und reiste durch Roßlau nach Wittenberg.
Melanchthon und Fabricius verbanden eine tiefe Freundschaft und gleiche Ansichten in kirchlichen und religiösen Angelegenheiten. Hier können wir den Ursprung des Wechsel der anhaltischen Fürsten zur reformierten Lehre und der Gründung der reformierten Landesuniversität Gymnasium Illustre im Jahre 1582 sehen.

Das Anhaltische Staatsministerium rief am 10. November 1918 "An das anhaltische Volk" auf mit der Ankündigung von Reformen und der Ermahnung zu Ruhe und Ordnung.

Mit Wirkung vom 10. November 1938 wurde das Pionierbataillons 60 als Korps-Pionierbataillon mit Garnison Roßlau aufgestellt. Es wurde am 1. Februar 1943 vor Stalingrad vollständig vernichtet. Die Wiederaufstellung erfolgte als Heeres-Pionier-Bataillon 60 am 1. Juli 1943 in Holzminden, das dann in Italien eingesetzt wurde.

Der Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Dessau, Dr. Gert Hoffmann, besuchte am 10. November 1993 die Stadt Roßlau (Elbe). Nach einem Stadtrundgang, wo er sich sehr anerkennend über die neue Feuerwache aussprach, fand eine Sondersitzung des Hauptausschusses statt, auf der es zu einer Aussprache mit dem Regierungspräsidenten zum geplanten Einkaufszentrum Fuchsberg Klieken und der Vorstellung der Elbe-Mulde-Wirtschaftsförderungsgesellschaft kam.

Am 10. November 1999 konstituierte sich unter dem Vorsitz des Roßlauer Bürgermeisters der Stiftungsrat der Elfriede-Kolbe-Stiftung. Die unvergessene Schulleiterin der Meinsdorfer Grundschule, Elfriede Kolbe geb. Straßer hatte mit letzter Verfügung einen namhaften Betrag zum Erhalt der Meinsdorfer Schiule und zur Pflege von Tradition und Natur gezeichnet.
Sie war plötzlich und unerwartet am 21. März 1996  verstorben.

11. November

Der 11. November stand und steht in Roßlau im Zeichen der fünften, der närrischen Jahreszeit. Vor dem Krieg waren es Kostümfeste und Faschingsfeiern, die zum Teil auf sehr alte Traditionen zurück gehen, aber durch zugezogene Rheinländer schon erste karnevalistische Züge trugen. Als Geburtsstätte des Roßlauer Karnevals darf aber die Gaststätte „Grüner Bbaum“ in der Dessauer Str. 30 (Ecke Magazinstr.) angesehen werden. Gastwirt im „Kahlen Ast“, wie es im Volksmund hieß, war in den 1950er Jahren der aus dem katholischen Sudetenland stammende Franz Bittner. Bei ihm wurde Karneval gefeiert. Und es soll auch schon eine Karnevalsgesellschaft gegeben haben.
Vor 50 Jahren war es dann so weit. Am 11.11.1965 um 11.11 Uhr riefen der aus Köln stammenden Karl Venghaus und weitere Karnevalsbegeisterte (vornehmlich im Elbewerk beschäftigte) Roßlauer den Roßlauer Karneval Club e.V. (RKC) ins Leben. Die erste öffentliche Veranstaltung des
RKC fand dann am 13. Februar 1966 im Roßlauer Kreiskulturhaus statt und war gleich ein voller Erfolg. Der Roßlauer Karneval gehörte bald zu den besten der Region.
Am 11. November 1984 übergab zum erste Male der Bürgermeister den Rathausschlüssel zum Karnevalsbeginn an den RKC. Diese Schlüsselübergabe vor dem Rathaus fand am 11. November 2006 zum ersten Male gemeinsam mit allen Karnevalsvereinen aus Dessau statt. Heute sind die Roßlauer wieder unter sich.

Am 11. November 1944 stellte die Volksschule Roßlau (Haus I des ehem. Goethe-Gymnasiums) den Unterricht ein. Die Schule wurde geräumt. Kinder und Lehrer zogen in die Mittelschule (Haus II) um und uniformierte "Nebelmänner“ zogen in das Schulhaus aus roten Ziegelsteinen ein. Und das war beileibe kein Karnevalscherz.

12. November

Am 12. November 1918 verzichtete Prinz Aribert (1864-1933) für seinen Neffen, den noch unmündigen Herzog Joachim Ernst von Anhalt (1901-1947) auf den Thron und dankte ab. Das Staatsministerium unter Dr. Gutknecht trat zurück, und der Anhaltische Landtag löste sich auf. In Roßlau wurde unter Vorsitz von Emil Brinkmann (1885-1941) ein Arbeiterrat gebildet.

Axl Holzgräbe eröffnete am 12. November 1992 seine "Sonnenapotheke" im Neubau der Magdeburger Straße 16.

Auf einem parlamentarischen Abend in der Landesvertretung Sachsen-Anhalt beim Bund im Bonner Regierungsviertel wurde am 12. November 1997 feierlich die Expo2000-Projektvereinbarung für das Flachgehende Binnenschiff (Flabi)" zwischen dem Land Sachsen-Anhalt (stellv. Ministerpräsidentin Heidecke), der Expo2000-Gesellschaft (Geschäftsführer Seltmann) und der Roßlauer Schiffswerft (Geschäftsführer Damman) unterzeichnet.

13. November

Am 13. November 1996 wurde die Abbruchgenehmigung für den "Bären", Hauptstraße 37, das ehemalige Kulturhaus „Max Reimann“ des Elbe-Werkes erteilt. Mitte Dezember wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen, die zwischen Weihnachten und Silvester recht abenteuerliche Züge annahmen.
Damit war ein ebenso ehrgeiziges wie schönes Projekt für betreutes Wohnen gescheitert. Nach dem Bau der ersten Sozialwohnungen in Sachsen-Anhalt, der Landesausstellung „Umweltgerechtes und preiswertes Bauen und Wohnen in Europa“ mit dem Europadorf wäre Roßlau auch hier wieder wegweisend in unserem Bundesland und auch darüber hinaus gewesen. Alle Bemühungen um  die Realisierung des Projektes halfen nichts, die Stadtverwaltung mußte die lange für Roßlau reservierten Fördermittel schließlich doch zurückgeben.

14. November

Am 2. März 1787 war in Gegenwart von Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) der erste Pfahl für eine neue Elbbrücke eingerammt worden. Die alte Brücke aus der Zeit des Alten Dessauers war am 4. März 1784 dem schweren Eisgang zum Opfer geworden. Die neue wurde 2½ Ellen höher angelegt und war schon nach acht Monaten fertiggestellt. Baumeister war der Zimmermeister Friedrich Leideritz. Für ihn und alle am Bau beteiligten Gesellen hatte Vater Franz neue Röcke machen und Schurzfelle kaufen lassen. Ihre Äxte geschultert zogen die Zimmerleute am 14. November 1787 in ihren neuen Sachen an die Elbe. Der Fürst fuhr gemeinsam mit König Friedrich Wilhelm II. von Preußen (1744-1797) als erster über die neue Brücke und weihte damit die dritte Elbbrücke ein. Sie hatte die kürzeste Lebensdauer von allen, denn sie wurde am 18. Oktober 1806 von fliehenden Preußen nach der Schlacht von Jena und Auerstedt niedergebrannt.

Am 14. November 1859 gab Bürgermeister Carl Friedrich Eschebach (1813-1887) bekannt, daß "der Nachtwächter Steinberg beim Verkünden der Stunde sich nicht mehr wie bisher des Hornes, sondern der Pfeife bedienen wird".

Am 14. November 1958 wurde für Roßlau der Selbstwählferndienst eingeführt.

 
Die am 9. November 1989 erfolgte Öffnung der Grenzen machte sich auch in Roßlau bemerkbar. Nach der Friedensandacht gingen am 14. November 1500 Bürger für Demokratie und Gerechtigkeit auf die Straße. In der Vorwoche waren es noch doppelt so viele.

Am 14. November 1991 wurde die Ortsverkehrswacht Roßlau e.V. gegründet. Zum Vorsitzenden wurde Günter Hinz (1933-2008) gewählt. Als dieser aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen mußte, fand sich leider kein Nachfolger und die sehr erfolgreiche Arbeit besonders bei der Schulwegsicherheit erlosch.

Am 14. November 2001 fand der erste Spatenstich für den Ersatzneubau des Stadtpflegebetriebes statt. Wer weiß noch, wo der städtische Eigenbetrieb zuvor seine Betriebsstätte hatte?

Mit einer Postkartenaktion warb der Wirtschaftskreis Roßlau e.V. am 14. November 2003 für den Erhalt des Goethe-Gymnasiums.

15. November

Die Roßlauer Kleinkinderbewahranstalt bezog am 15. November 1879 ein eigenes Domizil in der Schulstraße (Mörikestraße) 5.

Die erste Übung der am 22. August 1874 gegründeten Freiwilligen Turner-Feuerwehr fand am 15. November in der Turnhalle Ziegelstraße statt.

Am 15. November 1958 wurde die HO-Verkaufsstelle für Öfen und Haushaltswaren in der Dessauer Straße 57 eröffnet.

Am 15. November 1993 wurde mit einer sehr schönen Vernissage die Ausstellung des Saarländischen Künstlerkreises im Roßlauer Rathaus eröffnet. Organisiert worden war sie von der in Roßlau geborenen Saarländer Künstlerin Elisabeth Bosslet und ihrer Schwester, der Dessauer Galeristin Regina Grosser (Buchhandlung Sieben Säulen).

Bei der Gründung des Seniorenbeirats der Stadt Roßlau (Elbe) am 15. November 1996 im Roßlauer Ratssaal wurde Herbert Brauns zum Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls einstimmig mit 10:0:0 Stimmen wurden die Herren Hielscher und Meyer zu stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

Mit einem Tag der offenen Tür wurde am 15. November 1997 das Renault-Autohauses Wunde im Gewerbegebiet Ost eingeweiht.

16. November

Herzog Heinrich von Anhalt-Köthen (1778-1847) erteilte am 16. November 1841 Kaufman Carl Friedrich Junge (1790-1871) eine zunächst auf drei Jahre begrenzte Lotterie-Konzession: „Als conzediren und gestatten Wir aus Landesfürstlicher Macht und Gewalt, daß gedachter Kaufmann Junge Lotterie=Geschäfte als Collecteur in der Stadt Roßlau für auswärtige Geld=Lotterienbetriebe, jedoch unter der Bedingung, daß er dafür Sechs Thaler jährlichen Canon an die Polizeiamts=Casse hier zahle, über sein Geschäft gehörig Buch und Rechnung führe, und das Geschäft nicht auf Waaren=Lotterien, Güther=Ausspielungen und dergleichen erstrecke, auch nach Beendigung jeder Lotterie die in seine Collecte gefallenen Gewinne von jeder Classe mit der Loosnummer in der hiesigen Zeitung bekannt mache.  Derselbe wird zugleich auf genaue Befolgung der bestehenden gesetzlichen Verordnungen verweisen und muß sich auch allen späterhin etwa zu erlassenden, sein Geschäft betreffenden Verfügungen, unterwerfen.“

Am 16. November 1868 lief das Radfrachtdampfschiff „Hermann“ für Kapitän H. Römer in Wittenberg, das erste seiner Art in Anhalt gebaute Stahlschiff vom Stapel. Lediglich der Boden war aus Holz. Das Fahrzeug, an dessen Bau sich Kapitän Römer beteiligte, war 60,10 Meter lang, 6,65 Meter breit und bei einem Tiefgang von einem halben Meter 2,35 Meter hoch. Die eingebaute Dampfmaschine hatte eine Leistung von 40 PS.

Die kirchlichen Mitteilungen der evangelischen Kirchengemeinde Roßlau erschienen am 16. November 1901 zum ersten Male.

Am 16. November 2006 wurde im Foyer des Rathauses die Jubiläumsausstellung „15 Jahre Malerei und Grafik“ des Zeichenzirkels von Rosel Stein feierlich eröffnet.

17. November

Der Ehrenhain auf dem Deutschen Soldatenfriedhof wurde anlässlich des Volkstrauertages am 17. November 1991 mit der erstmaligen Kranzniederlegung eingeweiht. Am Abend seiner Wahl zum Roßlauer Bürgermeister am 25. Oktober 1990 hatte ihm Georg Ritter das Versprechen abverlangt sich persönlich um das Gedenken der gefallenen Kameraden zu kümmern. Bis zu seinem viel zu frühen Tode hat er gemeinsam mit Ilse Tonndorf die Gestaltung und Pflege des Friedhofs großzügig unterstützt. 

Bei dem Bürgerentscheid in Luko über einen Beitritt der Gemeinde zum Stadtverband Roßlau am 17. November 1996 stimmten 101 von 112 Wählern für die Selbständigkeit der Gemeinde. 1999 wurde dann Luko in die Gemeinde Thießen eingemeindet.

Am 17. November 1998 wurde der Lückenschluss der Spundwand Nord im Industriehafen Roßlau mit einer Rundfahrt mit der MS "Fürst Leopold" eingeweiht. Als Ehrengast war Staatssekretär Ralf Nagel vom Magdeburger Verkehrsministerium gekommen.

18. November

Bei der Stadtverordnetenwahl am 18. November 1898 wurden Lehrer Hermann Baake, Mühlenbesitzer Ludwig Lipmann, Kommissionsrat Emil Lösche, Fabrikbesitzer Reinhold Müller, Holzhändler Franz Neubert und Fleischermeister Otto Schwarze auf sechs Jahre sowie Fabrikant Franz Specht auf vier Jahre gewählt.

Während seiner Kreisbereisung besuchte der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Werner Münch, am 18. November 1993 die Stadt Roßlau (Elbe) und besichtigte die Wohnsiedlung Waldesruh und die Baustelle des Europadorfs. Am Abend gab Landrat Gerhard Michaelis im Speisesaal der Roßlauer Schiffswerft einen Empfang.

Am 18. November 2005 wurde die Roßlauer Allee feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

19. November

Am 19. November 1933 führte der Roßlauer Kegelklub in der „Harmonie“ ihr Winterhilfskegeln durch. Zum Roßlauer Kegelklub gehörten u.a. Klub Vordereck, Klub Ohneeck, Klub Kleine Kanonen, Klub Unitas, Klub Schanzenhaus und Klub Immortalitas.

Am 19. November 1990 fand im Ratssaal ein Wählerforum zur Bundestagswahl mit der Spitzenkandidatin des Neuen Forum für Sachsen-Anhalt, Ingrid Köppe (* 1958) statt. Sie war die Sprecherin des Neuen Forums am Zentralen Runden Tisch und gehörte im Januar 1990 den Besetzern des Stasi-Archivs. Sie trat immer für ein eigenständiges Neues Forum. Sie konnte ein Bundestagswahlmandat erringen und war innenpolitische Sprecherin der Bundestagsgruppe der Listenvereinigung Bündnis 90/Grüne. Sie brachte einen Entwurf zum Stasi-Unterlagen-Gesetz ein und arbeitete im Untersuchungsausschuss zur Aufklärung der Vorgänge um die Organisation „Kommerzielle Koordinierung“ (KoKo) mit, wo sie mutig gegen Verschleierungsversuche der Bundesregierung auftrat. Als ihr als „geheim“ eingestufter Abschlussbericht 1994 an die Öffentlichkeit gelangte, wurde gegen sie ein Ermittlungsverfahren wegen „Verdachts der Verletzung einer besonderen Geheimhaltungspflicht“ eingeleitet. Das Verfahren mußte aber eingestellt werden. Ingrid Köppe studierte nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) Jura und arbeitet heute als Rechtsanwältin in Wriezen im Oderbruch.  

Am 19. November 1991 lud das Neue Forum zu einer ersten Informationsveranstaltung über einen geplanten Staustufen-Ausbau der Elbe. Daraus wurde das „Besseree Elbekonzept“ entwickelt, nicht den Fluß den Schiffen sondern die Schiffe dem Fluß anpassen. Dieses stellte das Neue Forum Roßlau am 29. Februar 1992 auf dem Landesforum in Gnadau vor. Im März wurden dafür Unterschriften gesammelt.

20. November

Am Vorabend des Ewigkeitssonntags (Totensonntag) wurde am 20. November 1999 in der evangelischen Stadtkirche St. Marien das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Das Totengedenken für alle im vergangenen Jahre verstorbenen Roßlauer Bürger sprach Bürgermeister Klemens Koschig. Seitdem werden die Angehörigen Verstorbener eingeladen an diesem besonderen Totengedenken teilzunehmen. Seit 2007 spricht Frau Ortsbürgermeisterin Christa Müller das Gedenken.

21. November

Bei der Stadtverordneten-Ergänzungswahl am 21. November 1904 waren sechs weitere Stadtverordnete auf sechs Jahre neu zu wählen, da Roßlau nun definitiv mehr als 10.000 Einwohner aufwies. Deshalb erhöhte sich die Zahl der Stadtverordnetenmandate von 18 auf 24. Im Jahre 1900 überschritt die Zahl der Einwohner erstmals die 10.000er Marke. Per 31. Dezember 1900 hatte Roßlau 10.059 Einwohner (Fortschreibung des Magistrats). Die Volkszählung im Dezember 1900 ergab 10.061 Einwohner.

Am 21. November 1921 begannen die Volkshochschulkurse in der Aula der Volksschule, die vom Magistrat gemeinsam mit den örtlichen Gewerkschaften, Verbänden und Berufsorganisationen veranstaltet wurden. Es ist der Geburtstag der Roßlauer Volkshochschule.

Der Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche in Übersee lud am 21. November 1933 mit einem Vortrag der Vorsitzenden, Frau Kiltz über Leben und Treiben in Deutsch-Ostafrika zu ihrer ersten öffentliche Veranstaltung ein.

22. November

Am 19. November 1901 inserierte Stadtmusikdirektor Otto Wittig in der Roßlauer Zeitung: „Erstes Abonnement-Konzert. Zu dem am Freitag, den 22. Nov., abends 8 Uhr, im Gasthof zum Deutschen Kaiser stattfindenden ersten Abonnementskonzert, ausgeführt vom gesamten hiesigen Stadtmusikcorps, unter Hinzuziehung auswärtiger Kräfte, sowie Solisten, lade mit der Bitte um rege Beteiligung ergebenst ein. Billets sind vorher beim Unterzeichneten zu haben, das halbe Dutzend 1,20 Mk. Kassenpreis abends 30 Pfg. pro Person. Den geehrten Herrschaften einen genussreichen Abend versprechend zeichnet hochachtungsvoll ergebenst
Otto Wittig, Stadtmusikdirektor.“ Und die Zeitung selbst fügte hinzu: „Manch schönes und neues Konzertstück ist für die drei Winter-Abende vorgesehen und da der Herr Stadtmusikdirektor nicht oft an das hiesige Publikum herantritt, sondern sein Arbeitsgeld für Konzerte mehr außerhalb sucht und findet, so wäre diesen drei Elite-Abenden im Kaiser, Elbschlösschen und bei Schäfter ein guter Kassenerfolg zu wünschen.“

Beim Schachwettkampf Roßlau gegen Coswig am 22. November 1933 im „Deutschen Kaiser“ gewann der von Lehrer August Preuße geleitete Roßlauer Schachklub mit 28:12. Preuße war eine bekannte Größe im deutschen Schachsport.

Die zweite interfraktionelle Runde am „Grünen Tisch“ fand am 22. November 1991 statt. Beim Billardspiel in der Gaststätte „Elbschlößchen“ verständigten sich die Chefs der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen auf den Bau einer für den Handballsport ausreichend großen Sporthalle. Dieser wurde dann auch vom Baudezernat vorbereitet. Als aber der Bürgermeister für die Erstellung von Planungsunterlagen, um Fördermittel beantragen zu können, finanzielle Mittel beantragte, gab es heftigen Widerstand in der Stadtverordnetenversammlung. Hans-Peter Dreibrodt forderte namentliche Abstimmung, um jene zu entlarven, die für solch ein unsinniges Prestigeobjekt stimmen würden. So kam es, dass am 3. Juni 1993 die Stadtverordnetenversammlung in namentlicher Abstimmung die Planung einer Mehrzweckhalle auf dem Mühlenbuschsportplatz ablehnte. Für die Halle stimmten die Stadtverordneten Manfred Baatz, Wieland Deidock, Dr. Härtling, Günther Hinz, Ingo von Hoff, Klemens Koschig, Horst Pfefferkorn, Harald Schulze und Klaus Tonndorf.
Erst als das Landratsamt für das Goethe-Gymnasium eine Sporthalle bauen wollte, konnte das ursprüngliche Anliegen wieder im Rat zur Sprache kommen.

In der Magdeburger Str. 81 wurde am 22. November 2007 eine neue PLUS-Filiale eröffnet. Filialleiter ist Detlef Marquardt.

23. November

Mit dem Tode des kinderlos gebliebenen Herzogs Heinrich (1769-1847) starb am 23. November 1847 auch die Linie Anhalt-Köthen aus. Stadt und Amt Roßlau kamen zum neuen Herzogtum Anhalt-Dessau-Köthen, denn es machte keinen Sinn das Herzogtum erneut zu teilen. Es zeichnete sich nämlich auch das Erlöschen des Herzogtums Anhalt-Bernburg ab, da Herzog Alexander Karl (1805-1863) ebenfalls kinderlos blieb und da geisteskrank nur noch formell regierte.

Aus der Hauptzweigstelle Roßlau der Stadt- und Kreissparkasse Zerbst wurde am 23. November 1952 die selbständige Kreissparkasse Roßlau gebildet. Gegründet worden war sie 1896 als Stadtsparkasse Roßlau.

24. November

Am 24. November 1958 wurde die HO-Verkaufsstelle Damenbekleidung an der Ecke Magazin-/Dessauer Straße eröffnet. Zuvor befand sich in den Räumlichkeiten die „Kahler Ast“ genannte Gaststätte „Grüner Baum“.

Staatssekretär Ralf Nagel und Bauminister a.D. Dr. Karl-Heinz Daehre waren die Ehrengäste bei der Abschlußpräsentation Europadorf am 24. November 1995 im Schwimmbad Meinsdorf. Am Rande der Veranstaltung protestierten Handwerker gegen einen Investor, der ihnen ihre Leistungen nicht bezahlte.

Umweltministerin Heidrun Heidecke (1954-2015) weihte am 24. November 1995 das Heizhaus West an der Magdebrger Straße ein. Es war zu jener Zeit die einzige Investition in Sachsen-Anhalt, die dem Ausbau der umweltschonenden zentralen Wärmeversorgung diente.

Die Kämmerei der Stadt Roßlau überwies am 24. November 2000 2.000,-DM an die Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ zur Entschädigung der in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges beschäftigten Zwangsarbeiter. Es gab zwar keine Akten mehr über den Einsatz in Roßlau, aber stellvertretend für die Roßlauer Betriebe, die zweifeslsohne Zwangsarbeiter beschäftigten, übernahm die Stadt diesen symbolischen Beitrag für die Stiftung.

In der Nacht vom 24. zum 25. November 2003 wurde die neue Brücke zum Gleisdreieck an der Hohen Straße montiert.

25. November

Die Gebrüder Sachsenberg OHG wurde am 25. November 1892 in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung umgewandelt. Gesellschafter wurden die drei Familienstämme mit je einem Gesellschaftsanteil von 500.000 Mk. Zu Geschäftsführern wurden die Vettern Gotthard (1849-1914), Georg (1850-1936) und Paul (1860-1934) bestellt. Außerdem erhielt Richard Sachsenberg (1861-1901), der Sohn von Gottfried Sachsenberg (1818-1888), Prokura und die Leitung der Werft übertragen.

26. November

Am 26. November 1993 wurde der Landschaftsplan der Stadt Roßlau (Elbe) im Ratssaal des Rathauses verteidigt.

Der Schießclub Roßlau/Elbe e.V. weihte unter Führung seines Vorsitzenden Michael Harr am 26. November 1994 seine Schießanlage an der Lukoer Straße ein. Aus dem ehemaligen Schießplatz der sowjetischen Streitkräfte hatte der Verein eine moderne, allen gesetzlichen Anforderungen entsprechende Anlage mit einem 300 Meter- und einem 25 Meter-Schießstand errichtet.

Mit einem festlichen Gottesdienst wurde am 26. November 1995 des 100. Jahrestages der Einweihung der von Frau Justizrat Elbine Poetsch (um 1840-1928) gestifteten Friedhofskapelle auf dem Alten Friedhof gedacht. Anschließend gab es eine historische Führung über den Friedhof.
Der 1. Ortsgeistliche Roßlaus, Pastor Konrad Lehmann (1853-1933) hatte die Begräbniskapelle am 1. Dezember 1895 eingeweiht.

In einer Sondersitzung beschloß der Stadtrat am 26. November 1997 die gemeinsame Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung für die Stadt Roßlau und die Gemeinde Rodleben. Für den Fall, daß es sich die Gemeinde Rodleben noch anders überlegen könnte, faßte der Rat in einer anschließenden nichtöffentlichen Sitzung Eventualbeschlüsse. Diese wurden schon einen Tag später erforderlich, weil der Gemeinderat Rodleben ohne Abstimmung mit den Roßlauern mit der Gründung der ROVEG eine eigenständige Rodlebener Lösung beschlossen hatte.

Mit dem 1884 gebauten Raddampfer „Diesbar“ erreichte am 26. November 2002 das erste von fünf Schiffen der Sächsischen Raddampferflotte die Roßlauer Werft zur Generalüberholung. Es folgten „Stadt Wehlen“, „Meißen“, „Dresden“ und „Pillnitz“ (Baujahr 1886). Letzterer blieb am längsten und verließ am 03. Mai 2003 Aken.

Seitdem sind die Dresdner regelmäßig zu Gast auf der Roßlauer Werft.

27. November

Bei der Stadtverordneten-Nachwahl am 27. November 1896 wurden Rektor Eduard Pfau und Maurermeister Oskar Schmidt wiedergewählt sowie Lehrer Albert Irmer, Holzhändler Gustav Kettmann, Rentier Christian Lisso und Materialist Gottlieb Tuchel neugewählt.
Bei der regelmäßigen Stadtverordneten-Ergänzungswahl zwölf Jahre später am 27. November  1908 wurden Tischlermeister Gustav Heinrich, Maurermeister Franz Perlich, Maschinenbauer Adolf Irmer, Holzhändler Gustav Kettmann, Porzellandreher Max Herrlinger, Redakteur Richard Paulick, Gärtnereibesitzer Gottfried Schleisener und Malermeister Karl Berbig gewählt. Mit Herrlinger und Paulick waren zwei Sozialdemokraten in den Gemeinderat eingezogen. Nach Kriegsende wurde die SPD stärkste politische Kraft in Roßlau.

Die Stadtverordnetenwahl in Roßlau am 27. November 1927 ergab folgendes Ergebnis:
SPD: 3482 Stimmen: 12 Sitze
Bürgerliche Einheit: 1 Sitz
Hausbesitzer- und Bürgerliste: 1296 Stimmen: 5 Sitze
Deutsche Demokratische Partei: 577 Stimmen: 2 Sitze
NSDAP: 388 Stimmen: 1 Sitz

Die feierliche Eröffnung des Arbeitsamtes Roßlau im 2. Bauabschnitt der Luchplatz-Bebauung fand am 27. November 1997 statt.

28. November

Der erste fahrplanmäßige Zug passierte am 28. November 1885 die neue zweigleisige Eisenbahnbrücke über die Elbe. Bis dahin befuhr die Eisenbahn die 1836 eingeweihte Straßenbrücke, was zunehmend problematisch geworden war. Die Leopoldsbahn nach Zerbst (1863) und der Güterbahnhof (1877) zogen zunehmend Verkehre auf die Brücke.

Am 28. November 1916 starb Bürgermeister Franz Ludwig Hünefeld (1846-1916) im Alter von 70 Jahren und wurde am 02. Dezember auf Friedhof I begraben, wo er von der Stadtgemeinde ein Ehrengrab erhalten hatte. Wie Altbürgermeister Josef Plicka (1944-2010) einmal berichtete, soll der Grabstein bei der Einebnung dieses alten kommunalen Friedhofs nur umgelegt, aber nicht entfernt worden sein.  

Am 28. November 1997 hatte Dr. Thea Mucke in der Fachambulanz für Lungenkrankheiten und Bronchialheilkunde in der Südstraße ihren letzten Sprechtag. Sie wurde durch den Landkreis Anhalt-Zerbst zum 31. Dezember 1997 geschlossen.

Nachdem im Oktober 1998 die jungen Leute des Nordlicht e.V. die Stadt verlassen hatten, fand am 28. November im Ratssaal ein Workshop über die Zukunft der Burg statt. Daraus erwuchs die Gründung des Fördervereins Burg Roßlau e.V. zum Ostermarkt 1999.

29. November

Mit einem Konzert und Ball feierte der neue Sänger-Verein „Roßlauer Lieder-Kranz“ unter Leitung des „Capellisten“ Zimmermann aus Dessau am 29. November 1862 im Gasthof zum weißen Hirsch sein Stiftungsfest.

Die Telekom meldete am 29. November 1993 den Abschluß der Telefonverkabelung der Stadt. Unterstützung bekamen Stadt und Telekom dabei vom Fernmeldeamt Göttingen. Die  Kollegen bedankten sich bei Bürgermeister und Tiefbauamt mit der Replik eines historischen Telefons, die heute im „Heimatstübchen“ in der Ölmühle bewundert werden kann. Zur Erinnerung an die Dauerbaustelle am Lichtmast vor „Cafe Förster“ (damals von Nordheim) schenkten die Kollegen aus dem Rathaus den Göttingern einen Kino-Klappstuhl.
Damit war Roßlau eine der ersten Städte im Lande, wo jeder, der es begehrte, einen Telefonanschluss bekommen konnte. Im Zeitalter von Handy und Smartphone ist es kaum vorstellbar, dass es Leute gibt, die überhaupt nicht telefonisch erreichbar sind.

Die Seniorenbegnungsstätte des Volkssolidarität '92 Dessau/Roßlau e.V. im Rundling an der Bernsdorfer Straße wurde am 29. November 1995 feierlich eröffnet.

Am 29. November 1995 eröffnete Rainer Kulitze aus Landsberg in Meinsdorf einen Edeka aktiv markt.

Die Fraueninitiative "Von Frauen für Frauen" e.V. wurde am 29. November 1999 gegründet und am 08. Dezember 1999 durch Notar Kinkelin notariell beglaubigt. Zur Vorsitzenden wurde Stadträtin Hannelore Sauermilch, zur stellvertretenden Vorsitzenden wurde Dorit Reitz gewählt. Weiter wirkten im Vorstand Doris Ruhmer (Schatzmeisterin), Renate Fricke (Schriftführerin) und Helga Hirschmann (Koordinatorin für das Frauenkoordinationszentrum).

30. November

Am 30. November 1613 wurden die Innungsartikel der Roßlauer Schneider-Innung durch Fürst Rudolf von Anhalt-Zerbst (1576-1621) bestätigt, womit die zuvor gegründete Innung Leben und Rechte erhielt.

Diese alte Urkunde hat folgenden Wortlaut. Sie wurde in der heutigen Schreibweise gehalten. Des besseren Verständnisses wegen sind die in ( ) gesetzten Silben und Wörter hinzugefügt worden.

Von Gottes Gnaden:

Wir, Rudolf, Fürst zu Anhalt, Graf zu Askanien, Herr zu Zerbst und Bernburg p., für Uns, Unsere Erben und Nachkommen, auch sonst allmänniglich – thun kund und bekennen: Demnach Uns auch die Meister des Schneiderhandwerks Unseres Städtleins Rosslau neben erhalten (en) Amtsbericht und Uebergebung etlicher Artikel – unterthänig vorbringen lassen, wie sie einer Ordnung und Willkür um (zur) Erhaltung guten Friedens und Einigkeit, auch zu besserer Aufnahme und Fortpflanzung ihrer Nahrung Bedarf hätten, Uns derohalben inständigen Fleißes bitten lassen, ihnen die überreichten Artikel zu bestätigen: so haben Wir aus (nach) erheblichem Bedenken in Gnaden gewilliget, beengten Meistern des Schneiderhandwerks Unseres Städtleins Rosslau aus landesfürstlicher Obrigkeit zu erneuern und zu confirmiren, welches ihr ziemliches (geziemendes) Suchen wir ihnen zu (in) Gnaden und (zu) ihrer Besserung nicht versagen, noch abschlagen wollen: bestätigen derowegen solche Artikel in Kraft dieses Briefes wie hiernach folget:
Fürs erste: welcher sich in Unserm Städtlein Rosslau niederzulassen und diese Innung zu gebrauchen bedacht, soll zur gewöhnlichen Zeit der 4 Morgensprachen bei dem Handwerke (nach) suchen, sich nachmals mit der Materie gefaßt machen, folgendes (Mal) dieselbige thun und den Tag, wann er Materien, soll dem Handwerke 2 Gulden geben und erlegen, würden dann die dazu verordneten Meister befinden, daß er tauglich wäre und mit der Materien bezahlen, davon Uns, der Herrschaft, ein halber Teil und der andere Teil in die Lade kommen soll. Würde aber in der Materien nicht tauglich befunden, sollen alsdann die ersten 2 Gulden nichts (desto) weniger der Innung bleiben. Doch sollen diejenigen, so vor dieser Zeit auf den Dörfern besessen (angesessen) sein, mit der Materie verschont bleiben. Diejenigen aber, die sich nach Absterben eines Meisters auf dem Dorfe besetzen, sollen gleich anderen Materien und das Innungsgeld erlegen, zudem, weil sie die Innung in allen Punkten sowohl als die in der Stadt Rosslau genießen, so sollen sie auch nach der Ordnung nicht allein zu Handwerksmeistern gebraucht werden, sondern auch die Herbergen auf den Dörfern halten, damit also hinfort gebührliche Gleichheit hierinnen gehalten werde, dessen sie sich auch nicht verweigern sollen. Würde auch einer oder mehr ohne ehrhaftige Not, die er den Innungsmeistern vermelden soll, obgedachte Morgensprachen nicht besuchen, der oder dieselben sollen die Innung aufs neue wiedergewinnen. Weiter sollen die Meister-Söhne item Töchter und die nachgelassenen Witfrauen anderer Männer, so sich in ihre Innung begeben wollen, gleicher Gestalt die Innung bei dem Handwerke (nach) suchen, aber nur halbes Innungsgeld erlegen, auch nur halbe Materien machen, und so sie tauglich befunden, zugelassen werden. Wo auch ein Meister todeshalber abgehen würde und seine nachgelassene Witwe die Innung nicht behalten würde, soll dieselbige zur Erhaltung der Innung alle Quartal 1 Groschen in die Lade geben. Auch soll hinfort ein Lehrjunge, ehe denn er den Stuhl besetzt, dem Handwerk 1 Gld. und 1 Pfund Wachs erlegen und sein eigenes Bett halten, 12 Gld. zur Lehre geben, 2 Jahre lernen und 2 Jahre wandern, dagegen ihm das Handwerk, wann er ausgelernt, Bekenntnis seiner Lehre zu geben, soll schuldig sein. Desgleichen und so sich die Meister einer oder mehr, in ihren Zusammenkünften und Versammlungen oder sonst dermaßen ungeschickt und unbescheiden hielten, daß sie straffällig würden, soll das Handwerk Macht haben, sie darum zu büßen, und so die Strafe über 6 Groschen träget, die Hälfte Uns und Unsern Nachkommen überantworten, und die andere Hälfte in die Lade nehmen. Würde sich aber einiger Meister nicht büßen lassen, sondern widersetzlich machen wollen, sollen sie ferner Macht haben, demselbigen mit des Amtes Rosslau Vorbewußt das Handwerk zu legen, bis er sich mit ihnen verträget. Hierneben soll auch keiner auf 2 Meilen Weges von Rosslau, außer dem von Adel, im Amte das Handwerk treiben, er habe denn diese Innung gewonnen und sei ein Bürger zu Rosslau geworden. Ferner: wenn ein Meister einen Lehrjungen annehmen will, so soll der Knabe 2 Jahre lernen; nach verflossenen 2 Jahren soll der Lehrmeister gleichfalls einen Lehrjungen annehmen, wenn er will.

Würden auch wir oder unsere Nachkommen in künftiger Zeit befinden, daß die obgesagten und andere Artikel einer sonderbaren Aenderung und Besserung bedürftig, wollen Wir Uns zu jeder Zeit vorbehalten haben.

Sonder Arglist und Gefährde, urkundlich mit Unserm anhängenden fürstlichen Secret bestätiget.

 

Geschehen in Unserem Hoflager, Zerbst, am Tage Andreae, des 12 Botens (Apostels), war der 30. November im Jahre 1613.

Rudolf, Fürst zu Anhalt.

 

Dann schweigen die Akten. Sicher hat der Dreißigjährige Krieg mit der mehrfachen Zerstörung der Stadt auch alle Unterlagen einschließlich der Lade der Innung vernichtet. Das älteste überlieferte Protokoll eines Innungs-Quartals stammt vom 02. Oktober 1747.

Ein Binnentankschiff lief am 30. November 1958 als 250. Schiff seit der Wiederaufnahme des Schiffbaus nach dem Zweiten Weltkrieg auf der Roßlauer Schiffswerft vom Stapel.

Am 30. November 1973 wurde die Ernst-Thälmann-Schule in der Rosselstraße feierlich übergeben. Der Schulbetrieb begann dann am 3. Dezember.

Christa Friedrich und Jutta Schories gründeten am 30. November 1990 die Paracelsus-Apotheke Roßlau OHG (seit 01. Juli 1997 Konstanze Friedrich und Jutta Schories und seit 01. April 2013 Konstanze Friedrich und Dr. Jens Prantz).

 

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